#1 Neuer Podcast im Rheingau-Taunus: Mobilitätswende im ländlichen Raum

Shownotes

Den Kick-off zum neuen Podcast feiern Landrat Sandro Zehner und Arno Brandscheid, Geschäftsführer der Rheingau Taunus Verkehrsgesellschaft mbH, gemeinsam. Im Gespräch mit Moderatorin Birgit Eschbach geht es um die aktuelle Situation und Zukunft der Mobilität im ländlichen Raum, konkret in der Region Rheingau-Taunus. Dabei wird klar, dass das Verkehrswesen, nicht zuletzt durch die Digitalisierung, aber auch durch gesellschaftliche Entwicklungen und Veränderungen einem starken Wandel unterliegt. Autonome Fahrzeuge und individuelle Bedürfnisse werden die nahe Zukunft prägen.

Was macht die RTV im Detail und welche Menschen bewältigen die anstehenden Herausforderungen, vom Ersatzfahrplan bei einer Baustelle bis zur Barrierefreiheit in den Kommunen. Diese und viele Fragen rund um den öffentlichen Nahverkehr stehen in Folge 1 im Blickpunkt.

Hier geht es zur RTV: www.r-t-v.de

Sie haben Fragen, Feedback, Wünsche, generell oder für eine der nächsten Folgen? marketing@rtv-mail.de

Host: Arno Brandscheid, Geschäftsführer der Rheingau Taunus Verkehrsgesellschaft mbH https://www.r-t-v.de/wer-wir-sind/

Gast: Sandro Zehner, Landrat und Verkehrsdezernent des Rhein-Taunus-Kreises https://www.rheingau-taunus.de/verwaltung-politik/landrat/

Moderation: Birgit Eschbach https://www.linkedin.com/in/studiovenezia/?originalSubdomain=de

Dieser Podcast ist eine Produktion von STUDIO VENEZIA – the podcast company: https://www.studiovenezia.de/

Transkript anzeigen

00:00:02: Der Bus kommt.

00:00:03: Ganz sicher.

00:00:04: Und jetzt sogar zum Hören.

00:00:06: Hier ist der Podcast der Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft.

00:00:10: Mit spannenden Einblicken, Hintergründen und Geschichten rund um ihren ÖPNV im Rheingau-Taunus-Kreis.

00:00:17: Der Bus kommt.

00:00:18: Die Mobilitätswende für die Ohren.

00:00:28: Herzlich willkommen zur ersten Folge unseres neuen Podcasts.

00:00:31: Der Bus kommt dem Podcast der Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft.

00:00:36: Mein Name ist Birgit Echbach.

00:00:37: Ich darf diesen Podcast moderieren und ich freue mich riesig, dass Sie dabei sind.

00:00:42: Heute sprechen wir über die Gegenwart und die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs im Rheingau-Taunus-Kreis und darüber die moderne Mobilität in einer ländlich geprägten Region.

00:00:52: funktionieren kann.

00:00:53: Dazu habe ich zwei Gesprächspartner bei mir, Arno Brandscheit, den Vorsitzenden der Geschäftsführung der RTV und Sandro Zena, den Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises und Mitglied im RMV Aufsichtsrat.

00:01:06: Schön, dass Sie beide da sind.

00:01:07: Ja, wir

00:01:08: freuen uns auch.

00:01:09: Klasse.

00:01:10: Herr Brandscheit, bevor wir gleich die Themen ansteigen, warum eigentlich ein Podcast?

00:01:14: Was versprechen Sie sich davon?

00:01:16: Naja, wir sind ein moderner Und zunehmend digitaler werden der Landkreis und wir wollen ja auch den ÖPNV ein Stück weit digitaler gestalten.

00:01:26: Und vor allen Dingen wollen wir die Menschen erreichen und wenn sie in unseren Busen sitzen und über Land fahren und können dann nebenbei noch ein bisschen Information bekommen über den ÖPNV im Rheingau-Tornus-Kreis, dann haben wir eigentlich alles erreicht und fahren sie mit dem Bus und sie kriegen auch Neuigkeiten von uns mitgeteilt.

00:01:43: Also finde ich eigentlich so gar nicht so eine schlechte Idee.

00:01:46: Ich glaube, das ist eine großartige Idee.

00:01:48: Wir müssen noch irgendwann dann vielleicht noch so ein paar auf manchen Strecken vielleicht noch ergänzen, welcher Wein links und rechts wächst und geben da nochmal so ein bisschen Einblicke in die Kulissen der Winzer.

00:01:58: Als nächstes einmal reden wir aber über Mobilität und versuchen das einmal den Hörer ein bisschen greifbar hörbar zu machen.

00:02:05: Ich glaube, das Spannste ist jetzt erst einmal, die Menschen hinter dem Podcast kennenzulernen.

00:02:10: Und natürlich ist da auch die Frage, wie nutzen diese drei Protagonisten hier Mobilität.

00:02:15: Deswegen Frage an Sie, lieber Herr Landratzener, wie schaut's in Ihrer Garage, in Ihrem Heim aus?

00:02:23: Also ich bin da vermutlich sozusagen kein besonders gutes Beispiel.

00:02:27: Aufgrund meiner sehr ausgeprägten Kalenders bin ich sehr viel ehrlicherweise beim Dienstwagen unterwegs und da mein Auto auch Büro ist, arbeite ich auch sehr viel im Auto.

00:02:38: Privat ehrlicherweise versuche ich dank meines Hundes mich im Bereich der Nahmobilität als Fußgänger und Wanderer intensiv zu betätigen und im Sommermonaten fahre ich auch sehr gerne mit dem Fahrrad.

00:02:50: Manchmal mit dem biologisch angetriebenen und manchmal mit einem elektrisch unterstützten, das kommt ein bisschen auf die Reichweite an.

00:02:56: Aber das sind so im Wesentlichen die Mobilitätsthemen.

00:02:59: Und klar, wenn wir überregional unterwegs sind, auch in Gremien, dann nutze ich natürlich auch den schiengebundenen ÖPNV, um von A nach B zu kommen.

00:03:07: Ja, danke, Herr Brandsheit, hatten Sie gleich auch mal die Frage.

00:03:11: Wie schaut's aus?

00:03:12: E-Bike?

00:03:14: Keine E-Bike, welche Mobilitätsgerokopter, was findet sich in der Garage von Arno Brandstein?

00:03:20: In der Garage findet sich ein viel zu selten genutztes Fahrrad und ein häufiger mal genutztes, im Sommer mal genutztes E-Bike.

00:03:32: Und ansonsten wohne ich auch in einer sehr ländlich geprägten Region der größten Flächengemeinde Heidenrotz, neunzehn Ortsteile, achtundhalb Tausend Einwohner.

00:03:41: Und da ist man schon von Haus aus eigentlich schon immer sozialisiert mit dem Auto unterwegs zu sein.

00:03:49: Insofern muss ich leider auch einräumen, dass ich für die Nahbereich doch auch häufig mit dem Pkw fahren.

00:03:57: Ja, und ich finde, dass jetzt dieses Leiter, das brauchen wir gar nicht.

00:04:00: Ich finde, das ist für mich eine ganz wichtige Sache und das darf auch der Podcast hier hörbar machen.

00:04:05: Mobilität sollte ich nie ausschließen, sondern es geht darum, wirklich Lust zu machen auf verschiedene Mobilitätswege.

00:04:12: Im Rundgei spazieren, wenn ich abends zum Grillen fahre, nutze ich das Fahrrad, wenn ich beim Grillen vielleicht Das ein oder andere Bier zu viel Trinke nutze.

00:04:22: Lasse ich das Fahrrad oder das Auto stehen, nutze den ÖPNV.

00:04:25: Das darf sich nie ausgrenzen.

00:04:27: Wir dürfen die Diskussion und das hoffe ich macht auch der Podcast in den nächsten Wochen, Monaten, Jahren möglich, dass wir Lust machen auf den Mix und nicht sagen, wir verteufeln das ein oder das andere und schon dreimal nicht das.

00:04:40: Auto, weil das lieben ganz viele Menschen.

00:04:42: Ja, und es ist gerade im ländlichen Raum, es ist auch gerade im ländlichen Raum, glaube ich, auf Dauer nicht wegzudenken, aber auch im Bereich des Automobils sehen wir eine Entwicklung auch stärker hin zur Elektromobilität, die auch ein Stück weit eingebunden werden kann.

00:04:55: Ich glaube auch, dort ist ja erkennbar, dass das Automobil persönlich nicht schlecht ist, sondern es ist ein Ausdruck von individueller Mobilität und es kann auch sehr nachhaltig benutzt werden.

00:05:03: Und genau, wie Sie das sagen, das sind ja manchmal auch so Diskussionen, die geführt werden, dass man sagt, die in Berlin, ja, die haben keine Vorstellung davon, was es heißt, wenn der Bus kommt, aber er kommt vielleicht nur zweimal am Tag, ne?

00:05:16: Und da sind

00:05:18: wir schon weit drüber

00:05:21: hinaus.

00:05:21: Da

00:05:21: seid ihr weit drüber hinaus.

00:05:22: Ja, ich freu mich.

00:05:23: Das machen wir in der Folge zwei, Herr Brandenscheidt, oder?

00:05:26: Ja, das genau.

00:05:28: In der Folge zwei sprechen wir ja dann über unser neues Kind in Taunusflex.

00:05:34: Aber wir sind mit rund sechsundhalb Millionen Fahrplankilometer im Jahr und ungefähr hundertsechzig Bussystemen im Kreis, glaube ich, gar nicht so schlecht aufgestellt im Vergleich zu anderen Landkreisen.

00:05:47: Wir haben einen Landkreis, einen politischen Landkreis, dem es schon immer wichtig war, dass der öffentliche Personennahverkehr eine gewisse gewisse Grundqualität hat, obwohl wir unter geografisch schwierigen Bedingungen arbeiten.

00:06:02: Also wir haben ja mit dem Kreisteil Rheingau, mit dem Kreisteil Untertaunus auch landschaftlich etwas unterschiedlich geprägte Räume.

00:06:11: Und insofern, glaube ich, sind wir als Rheingau-Taunuskreis, was den öffentlichen Personen Nafekeh angeht, auch schon ganz gut aufgestellt.

00:06:18: Wie gesagt, wir haben Hundertsechzig Busse im Einsatz.

00:06:20: Wir befördern täglich in der Schulzeit.

00:06:23: weit über Zehntausend Kinder und Jugendliche zu den Schulen auch wieder zurück.

00:06:29: Und ja, also wenn wir unsere Fahrpläne mal nebeneinander legen in ähnlich gestalteten oder strukturierten Landkreisen, ich glaube, dann sind wir Mönchen und die anderen sind dann tatsächlich das Land.

00:06:41: Viele kennen die Busse im Rheingau-Taunuskreis, aber nicht unbedingt die Organisation dahinter, Herr Brandtscheidt.

00:06:46: Würden Sie uns das gerne nochmal erklären, was macht eigentlich der RTV oder die RTV?

00:06:52: Die Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft ist eine hundertprozentige Tochter des Landkreises.

00:06:58: Insofern ist der Landrat auch mein unmittelbarer Chef und Vorsitzender des Aufsichtsrates.

00:07:06: Der Rheingau-Taunus-Kreis hat die Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft mal gegründet.

00:07:11: als lokale Nahverkehrsgesellschaft nach dem hessischen ÖPNV Gesetz, die lokalen Busverkehre und Schülerverkehre zu organisieren, die Aufträge zu vergeben, die Leistungen zu kontrollieren und so weiter.

00:07:22: Also wir sind eine Aufgabendrägerorganisation im Auftrag des Landkreises.

00:07:27: Das klingt jetzt alles ein bisschen technisch, aber ich finde, das ist mal ganz wichtig, dass unsere Hörer erst einmal verstehen, wer ist eigentlich diese Organisation dahinter und wie ist so etwas auch strukturiert?

00:07:37: und auch warum ist das Aufgabe?

00:07:40: eines Landkreises.

00:07:42: Herr Zehner, warum ist das aus Ihrer Sicht wichtig, dass der Kreis eine eigene Gesellschaft hat, die sich um die Mobilität kümmert?

00:07:48: Weil am Ende gerade vor Ort das Thema Mobilität natürlich auch ein Stück weit Ansprechpartner und Erreichbarkeit braucht.

00:07:56: Immer dann, wenn Systeme funktionieren und völlig störungsfrei unterwegs sind, dann sind sie sozusagen als Status quo anerkannt.

00:08:03: Aber Gerade da, wo wir Mobilität in einer ländlichen Region organisieren, ist es wichtig, dass ich da weiß, wer ist mein Ansprechpartner, wenn es darum geht, Optimierung herbeizuführen, wenn es darum geht, Mobilität neu zu denken, wenn es aber auch ehrlicherweise darum geht, die Herausforderungen, die aktuell im ÖPNV bestehen.

00:08:25: Probleme mit dem Fahrpersonal, technische Fragestellungen und dann vielleicht sozusagen auch Mobilität mal an der ein und anderen Stelle nicht funktioniert, dann auch zu wissen, an wen wende ich mich und diese Stelle sich auch unmittelbar kümmert.

00:08:37: Ich glaube, das ist etwas, was ganz wichtig ist und dafür stehen eben die lokalen Nahverkehrsorganisationen wie bei uns die RTV.

00:08:45: Wir sind sichtbar, wir sind erreichbar, wir kümmern uns, wenn Dinge nicht funktionieren und sorgen dafür, dass im Regelfall die Menschen jeden Tag mit sehr, sehr vielen Bussen im Marigaud-Thomas-Kreis von Annabekow.

00:08:56: Sie haben ja auch ein Gefühl dafür, wenn man den eigenen Landkreis kennt, dann weiß man auch, wie die Bedarfe sind und was auch vielleicht die Herausforderungen gerade nochmal in ländlichen Strukturen sind.

00:09:05: Das ist ja auch noch mal was anderes, als wenn das jetzt von irgendeiner übergeordneten Landesorganisation käme, ne?

00:09:11: Ja, absolut.

00:09:11: Und am Ende ist es auch wichtig, dass unser Kreistag als Oberstoßbeschluss- und Entscheidungsorgan, als Parlament auch die Qualitäten... festsetzen kann.

00:09:21: Wir haben vor einigen Jahren für unseres Landkreis definiert, dass wir trotz der Tatsache, dass wir eben ländlich geprägte Regionen sind, ein sogenannter Flächenlandkreis, der in der Ost-West-Ausdehnung über hundert Kilometer hat, trotzdem einen Stundentakt anbieten wollen für die Menschen, weil wir eben sagen, das ist wichtig, um auch dieses Daseinsvorsorgeversprechen für Menschen einzulösen, die nicht über ein Auto verfügen oder nicht mehr oder noch nicht und da eben auch eine gewisse Qualität zu definieren.

00:09:49: Das ist eine politische Setzung.

00:09:51: Und dann ist es unsere Aufgabe als Verwaltung und die Aufgabe unserer Tochtergesellschaft, das dann tatsächlich auch mit Leben zu erfüllen und diesen, diesen politischen Wunsch auch mit einem tatsächlichen Dienstleistungsversprechen zu unterlegen.

00:10:04: Ich erwähne auch noch ein bisschen was dazu.

00:10:05: Ich erzähle euch, ich erzähle den Hörern gerne auch, wie ich Mobilität nutze.

00:10:09: Ich bin nämlich sehr gerne mit meinem E-Bike im ÖPNV unterwegs.

00:10:14: Also da gibt es mittlerweile auch Möglichkeiten zu sagen, das Fahrrad mitzunehmen und so nochmal einen ganz anderen Radius zu nutzen.

00:10:23: Wie sieht das im Rheingau-Taunus-Verkehrsverbund aus?

00:10:27: Gibt es da auch Möglichkeiten, Wein, Rad und Bus oder Schiene zu kombinieren?

00:10:35: Naja, das beißt sich so ein bisschen in der, sagen wir mal so, auf der einen Seite wollen wir möglichst viele flexible Verkehre anbieten.

00:10:43: Das geht meistens mit kleineren Gefäßen einher, die dann eher im Nahbereich die Mobilität sehr individuell und flexibel für die Bürgerinnen und Bürger gestalten.

00:10:53: Hat natürlich den Nachteil, dass man dann auch nicht so sehr viele große Gepäckstücke oder Fahrräder mitnehmen kann.

00:11:00: In den großen Liniengefäßen geht das.

00:11:02: Da gibt es Plätze dafür, also in den Gelenk.

00:11:05: oder in den großen regionalen Linien.

00:11:07: Da geht das.

00:11:08: In den Zug, in den Schienenverbindungen geht es auch in aller Regel.

00:11:13: Aber in den zunehmend kleineren, flexiblen Bedarfsverkehren mit den kleineren Fahrzeugen wird es schon schwierig.

00:11:20: Genau dafür ist man dann das Rad ja da.

00:11:22: Das finde ich ja so toll, dass man diese Zuwege, die macht man mit dem Rad.

00:11:26: Und wenn man dann an der großen Strecke ist und sagt, jetzt möchte ich mal gerne fünfzig Kilometer machen, dann geht es auf die... auf die Großgefäße, wie sie das so schön nennen, Herr Brandscheit, dann kommt das Rad da rein.

00:11:37: und wenn ich dann aussteige und fahre wieder durch die wunderbare Natur und Landschaft, durch die kleinen Dörfer, über die Biesen und Felder, mache ich das ja wieder mit meinem Fahrrad, dann brauche ich das Kleingefäß ja gar nicht.

00:11:47: Ja, so kann man es tun, ja.

00:11:48: So machen wir es.

00:11:49: Also, und übrigens auch im Winter, denkt nur daran, dass ihr euch dann diese diese besten mit den Reflektoren holt.

00:11:57: Das macht wirklich Sinn, dann auch Sicherheit ist im...

00:12:01: Und die Stirnlampe.

00:12:05: Die kennt auch mittlerweile jeder Hundebesitzer.

00:12:07: Die brauchen die auch abends.

00:12:10: Super.

00:12:11: Ja, sehr schön.

00:12:12: Und jetzt haben wir über den... Wir haben über RTV gesprochen.

00:12:16: Wir haben über die Aufgabe des Kreises für die Mobilität gesprochen.

00:12:22: Ich würde gerne noch mal... Lieber Herr Zehner, noch mal eine Ebene drüber gehen.

00:12:26: Und zwar ist das der Rhein-Main-Verkehrsverbund.

00:12:30: Wie ist das eigentlich eingebunden?

00:12:32: Also die Rolle des RMV und wie arbeitet die RTV darin mit?

00:12:37: Also der Rhein-Main-Verkehrsverbund ist dafür zuständig in einem großen Bereich Hessens, die Nahmobilität im ÖPNV sicherzustellen.

00:12:45: Das ist schiengebunden.

00:12:46: Das ist aber auch mit regionalen Buslinien.

00:12:49: Also immer dann, wenn eine ÖPNV-Verbindung zwischen verschiedenen Landkreisen, Regionen übergreifen unterwegs ist, dass regionale Verkehre, die der Rhein-Main-Verkehrsverbund auch beauftragt und auch entsprechend abwickelt mit seinen Verkehrsdienstleistungen.

00:13:06: Und wir als lokale ÖPNV-Anbieter machen sozusagen innerhalb uns.

00:13:11: unserer Landkreise dann die kurzen Strecken oder kürzeren Strecken zu den Wohnorten der Menschen.

00:13:17: Und in der Regel sind eben dann auch über die Nahverkehrspläne diese verschiedenen Verkehre auch aufeinander abgestimmt, sodass wir natürlich da keine Parallelverkehre sicherstellen, sondern im Grunde genommen sagen können, lokale Verkehre dienen in der Regel.

00:13:33: diese regionalen großen Verkehrsverbindungen an, ermöglichen einen Umstieg.

00:13:37: Das kann mal vom Bus in den Bus sein, das kann auch so mal sein, dass man dann mit dem Bus zum Bahnhof gebracht wird und dann mit dem Zug oder der Straßenbahn oder sonstigen Verkehrssystemen weiterfährt.

00:13:48: Aber es ist ein in sich miteinander abgestimmtes Verkehrssystem, wo der Rhein meint.

00:13:53: Verkehrsverbund eben die Region in Bewegung setzt.

00:13:56: und die Region für den RMV ist nicht nur Südhessen, was wir jetzt denken können, das Rhein-Main-Gebiet, sondern geht ja bis nach, bis in Teile Mittelhästs.

00:14:06: Ich finde das großartig, dass Sie als Landrat auch da im Aufsichtsrat vertreten sind, weil es geht ja auch genau darum, regionale Einflussmöglichkeiten zu nutzen.

00:14:15: Und Sie haben die ja aus Ihrer politischen Arbeit.

00:14:17: Was treibt Sie da jetzt, wenn man jetzt mal auf den Winter, auch mit Planung auf die nächsten ein, zwei, drei Jahre.

00:14:26: Was treibt Sie da so um?

00:14:28: Wo sagen Sie, ich bringe das aus meiner politischen Arbeit mit und möchte da regional Einfluss nehmen?

00:14:36: Am Ende haben wir die Situation, wir sind dort unter anderem als kommunale Vertreter im Aufsichtsrat, genauso wie das Land Hessen.

00:14:43: weil wir quasi Gesellschaften des Rhein-Main-Verkehrsverbundes sind.

00:14:46: Wir bezahlen am Ende auch diese Verkehrsleistung gemeinsam mit dem Land Hessen und haben dann natürlich auch die Möglichkeit oder sollen auch die Möglichkeit haben, Steuern auf die Gesellschaft einzuwirken.

00:14:56: Und das, was, glaube ich, uns Kommunalvertretern dort natürlich vor allen Dingen im Herzen liegt, ist, dass wir eine gute Mobilität organisieren.

00:15:02: Und das ist natürlich in der aktuellen Phase nicht einfach.

00:15:05: Wir haben die Situation, dass wir, glaube ich, Deutschlandweit in allen Verkehren.

00:15:09: Das trifft ja auch auf die Straße zu.

00:15:11: sehen, dass wir über Jahrzehnte zu wenig investiert haben.

00:15:14: Wir holen das jetzt nach.

00:15:15: Im Rhein-Main-Verkästerbund waren wir sehr früh auch unterwegs, haben große Finanzmittel uns gesichert für Investitionen, insbesondere in die Schiene.

00:15:25: Das ist toll, hat aber ein Problem.

00:15:28: In dem Moment, wo ich diese Investitionen dann auch in die Umsetzung bringe, habe ich ein enormes Baustein aufkommen.

00:15:34: Und das wiederum ist, dann für die Dauer der Baustelle natürlich auch eine große Herausforderung für das Gelingen eines ÖPNV.

00:15:43: teilweise Umstiege organisieren muss, dass bestimmte Zeiten länger werden.

00:15:48: Ich habe im Extremen, so wird es im nächsten Jahr bei uns im Rheingau sein, wenn die, der sogenannte Rechte, Rheinstrang der Eisenbahnlinie, die ja nicht nur ÖPNV andient, sondern auch Güterverkehr, wenn dies saniert wird von der deutschen Bahn, da wird es einen sogenannten Schienenersatzverkehr geben.

00:16:04: Das heißt, Busse werden die Bahn für einen bestimmten Zeitraum ersetzen.

00:16:09: Das sind natürlich zunächst mal Einschränkungen, weil es ist natürlich weniger komfortabel mit einem kleineren Bus über Straßen zu fahren, die sich mit Aussuchsteilen statt eben mit einer modernen Regionalbahn direkt vom Rheingau bis nach Frankfurt hindurchfahren zu können.

00:16:24: Das schöne Ende ist, wenn die Sanierung abgeschlossen ist, habe ich eine vollständig digitalisierte, modernisierte, leistungsfähige für die Anwohner auch im Emissionsbereich leisere Strecke.

00:16:35: Aber oft die Dauer für die Dauer der Baustelle ist es natürlich zunächst mal für alle Seiten eine Zumutung, und es ist auch eine Zumutung, die ich nicht komplett weg organisieren kann.

00:16:44: Das merken wir bereits jetzt, weil wir sozusagen auch im Vorgriff dieser großen Sperrung schon kleinere Baustellen haben, die uns sehr, sehr herausfordern.

00:16:53: Und da auch immer wieder die Interessen der Region einzubringen und auch zu sagen, Und trotzdem müssen die Menschen noch eine Chance haben, mit dem ÖPNV auch mit der Satz angeboten, zu plantmäßigen Zeiten von A nach B zu kommen.

00:17:04: Das ist eine riesen Herausforderung, die uns auch zurzeit als Kommunalvertreter im RMV-Aufsichtsrat sehr, sehr beschäftigt nur einbindet.

00:17:13: Ich kann mir das auch vorstellen, dass das eine riesen strategische Herausforderung ist, wirklich das alles so zu planen und diese, diese Netzpläne zu erstellen.

00:17:22: Herr Brandscheidt.

00:17:23: Was sind das für Menschen, die diese logistische Herausforderung, was bringen die von ihrem Berufsbild mit, dass die das steuern können?

00:17:33: Naja, das ist ganz unterschiedlich, man glaubt es kaum.

00:17:35: Also wir haben da Ingenieure, wir haben studierte Verkehrsplaner, wir haben aber auch Menschen, die ausgewissene ÖPNV-Liebhaber sind und die, sagen wir mal, den Verkehr schon von der Pieke aufkennen und genau wissen, worauf es ankommt, die sich gut auskennen in ihrer Region, die die Zusammenhänge, also die auch eine, ja, sagen wir mal, ein Febel haben für Optimierung, für Logistik.

00:18:03: und für solche Themen.

00:18:04: Und insofern, ja, also das sind ganz unterschiedliche Menschen, aber es sind durch die Bank Menschen, die sich dem ÖPNV ein Stück weit verschrieben haben.

00:18:15: Also das ist wirklich, Herr Tienhals, Sie haben es gerade gesagt, das ist ja eine... eine Aufgabe für die nächsten Jahrzehnte, für das gesamte Land.

00:18:22: und runtergebrochen, wenn man es dann vor seiner eigenen Haustür sieht und sich dann manchmal ärgert und denkt, da kommen ja dann so diese üblichen Sprüche nach dem Motto, da ist die Baustelle eingerichtet, ich habe noch nie jemanden da arbeiten zu sehen.

00:18:33: und ich glaube, das ist auch etwas, was dieser Podcast kann und auch darf ein bisschen Verständnis dafür erbringen.

00:18:41: Nicht nur Verständnis, sondern einfach auch Aufklären.

00:18:44: Was passiert da eigentlich?

00:18:45: Was machen wir?

00:18:46: Warum gehen wir Themen an?

00:18:47: Warum wird jetzt da saniert und warum vielleicht auch an zwei, drei Sachen parallel?

00:18:51: Ja, absolut.

00:18:52: Also genau das ist der Punkt.

00:18:53: Und nehmen Sie nun mal ein Beispiel.

00:18:56: Wir haben in Deutschland noch viel zu viele analoge Weichen, die bedürfen auch entsprechend ausgebildetes Personal in den großen Weichen.

00:19:07: Und diese Anlagen zu digitalisieren, das ist natürlich erst mal eine bauliche Aufgabe, es ist dann auch eine technische Anbindung.

00:19:13: Wenn ich aber dann durchgehend digitalisierte Schienenstrenger habe, kann ich die mit wesentlich weniger Bedienungpersonal am Ende auch gut managen, was wiederum der Tatsache Rechnung trägt, dass ich demografisch einfach viel weniger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer habe.

00:19:25: Das heißt, ich muss ja meine Infrastruktur so ertüchtigen, dass ich sie mit weniger Menschen am Laufen halten kann.

00:19:31: Deswegen sind solche Investitionen nicht nice to have.

00:19:34: absolut notwendig, um ein Land im einundzwanzigsten Jahrhundert zu holen, was seine Wirtschaft als auch die Bewegungsfreiheit der Bürgerinnen und Bürger anbetrifft, modern und gut und resilient aufzustellen.

00:19:44: Aber bis es fertig ist, ist es natürlich erstmal eine Baustelle und die ist immer mit Einschränkungen verbunden.

00:19:51: Es ist interessant, dass Sie das ansprechen mit diesen weichen Stellern.

00:19:54: Also ich glaube, jeder von uns, der älter als Fünfzig ist, schaffe.

00:19:58: Ich schaffe Podcast und es sind auch ein paar Zuhörer in dieser Altersklasse.

00:20:03: Die kennen das ja alle aus ihrer Kenntheit.

00:20:05: Diese Schranken, die wirklich von einer Wächter darunter gemacht werden und wieder hochgezogen werden.

00:20:12: Jetzt sind die weichen Anlagen oftmals auch in ihrer Region etwas komplexer und größer.

00:20:18: Aber die Vorstellung davon, dass das wirklich noch alles manuell gemacht wird oder vielen auch manuell gemacht wird, die ist schon auch faszinierend.

00:20:24: Jetzt sind wir in Landkreis, der hat leider nur an zwei Stellen Schienenverkehr.

00:20:30: Das heißt, wir haben im Osten unseres Landkreises eine Verbindung von Limburg Richtung Wiesbaden-Frankfurt und wir haben auf der Rheinschiene direkt entlang des Rheins, wenn man so will, von Koblenz Richtung Wiesbaden, an der anderen Seite unseres Kreises die Schienenverbindung.

00:20:46: Wunderschöne Strecke übrigens

00:20:48: für Barney-Paber.

00:20:50: Aber der Rest von unseren acht hundert elf oder acht hundert zwanzig Quadratkilometern Kreisfläche müssen wir mit dem lokalen Busverkehr überwinden.

00:21:00: Er branche und deswegen heißt dieser Podcast auch der Bus kommt, oder?

00:21:03: Genau.

00:21:05: Okay, dann gehen wir da jetzt mal rein.

00:21:07: Wenn wir jetzt so an den an den Busverkehr Denken was erwarten wir eigentlich?

00:21:13: wir wir Nutzer wir Bahnfahrer, Busfahrer, Nutzer des ÖPNV.

00:21:18: Was erwarten wir eigentlich von einem guten ÖPNV?

00:21:21: Herr Bransche mit was kommen?

00:21:23: Denn vielleicht auch in ihren Call-Centern oder aus Servicestellen, die Menschen auf sich zu.

00:21:28: Was sind die Erwartungshaltung?

00:21:29: Die Menschen wollen vor allen Dingen einen passenden Fahrplan haben.

00:21:33: Die wollen, dass die Busverbindungen, wie Herr Zehner schon gesagt hat, der regionale Verkehr und der lokale Verkehr aufeinander abgestimmt sind.

00:21:42: Dass der Bus so rechtzeitig am Bahnhof ankommt, dass man problemlos den Zug besteigen kann.

00:21:47: Dass der Regionalbus gut erreichbar ist oder dass, wenn der Regionalbus ankommt, dass die Leute nicht noch eine halbe Stunde am Busbahnhof warten müssen, bis dann die Weiterfahrt ins Land hinein stattfinden kann.

00:21:59: Und natürlich erwarten die Leute, dass das alles pünktlich funktioniert, zuverlässig funktioniert.

00:22:06: Und das ist auch heute schon ein Thema.

00:22:09: Durch den Fachkräftemangel wird das zunehmend auch erschwert.

00:22:13: Und die Leute erwarten auch, dass es bezahlbar ist.

00:22:15: Die Leute, das Deutschlandticket ist auch für viele Menschen ein wichtiger Anlass gewesen, sich vielleicht verstärkt auf den ÖPNV zu konzentrieren, weil es doch das Autofahren immer teurer wird.

00:22:29: und deswegen wollen die Menschen natürlich, insbesondere die, die darauf angewiesen sind, zu pendeln, dass die Busverbindungen auf die Arbeitswelt abgestimmt sind, die Schüler auf die Schulzeiten, dass es abgestimmt ist und dass die Gefäße, also die Busse, in denen sie sitzen, eine vernünftige Ausstattung haben.

00:22:46: Also zunehmend wird WLAN gewünscht in den Bussen, zunehmend wird auch das ganze Ticketding digitaler und einfacher für die Menschen gemacht.

00:22:57: Also all das sind so Themen, die vom ÖPNV heute erwartet werden.

00:23:02: Ich würde mich auch interessieren, dass das Thema Barrierefreiheit ist.

00:23:05: Denn früher und in meiner Wahl waren Barrierefreiheit etwas für Menschen, die mit einem Rollstuhl angewiesen sind.

00:23:10: Wir haben aber heute eine immer älter werdende Gesellschaft und auch immer mehr Menschen, die große Stufen nicht mehr gehen können, die mit Gehelfen unterwegs sind.

00:23:19: Und das ist ja auch eine Herausforderung für Sie, wie ich das sicherstellen kann, dass eben da auch mehr Menschen mit Einschränkungen barrierefreien ÖPNV nutzen können.

00:23:30: dabei Ihnen in der Region aus?

00:23:33: Da muss man den Kommunen auch ein großes Lob aussprechen.

00:23:37: Also unsere Landkreiskommunen, die ja zuständig sind für den Ausbau der Haltestellen.

00:23:44: Also sie werden ja zunehmend sozusagen barrierefrei umgebaut.

00:23:49: Das ist ein sehr aufwendiges Verfahren, weil meistens diese barrierefreien Haltestellen auch mehr Platz brauchen, als das bisher der Fall war.

00:23:56: Aber da sind die Kommunen im Rheingar-Taunus-Kreis sehr gut unterwegs.

00:23:59: Also es werden jedes Jahr in den Kommunen entsprechende barrierefreie Haltestellen zusätzlich dazukommen und ausgebaut.

00:24:06: Und das führt dazu, dass man den Abstand, wenn der Bus anfährt, eben gerade für Rollstuhlfahrer, dass da keine Stolperstellen gibt, dass es da keine großen Stufen mehr gibt.

00:24:16: Und so weiter, dass also der Rollstuhl sozusagen aus dem Bus oder auch der Rollator aus dem Bus ohne große Stufe sozusagen rein und rausgeht.

00:24:25: Also das ist alles, das ist schon durchdacht.

00:24:29: Das ist schon auch, ist jetzt eine Phase, die wird noch eine Zeit lang brauchen, bis alle wesentlichen Haltestellen so um und ausgebaut sind.

00:24:36: Aber es ist am Laufen.

00:24:38: Und wir sehen auch da wieder die Komplexität des Systems.

00:24:41: Sie haben jetzt gerade gesagt, das Aufgabe der Kommunen.

00:24:43: Also es ist eben wirklich ein Netzwerk von verschiedensten Stellen, Experten, Menschen, die sich darum kümmern, dass dass es eben am Ende gut wird und den Erwartungen der Nutzer entspricht.

00:24:58: Und nicht

00:24:58: immer nur alles in ihrer Hand.

00:25:00: Nein, und da kommt noch hinzu.

00:25:01: Wir haben eine wahnsinnige Bautätigkeit momentan auch auf den Straßen.

00:25:05: Also bei uns ist ja Hessen mobil zuständig für die Straßenertüchtigung.

00:25:10: Und dann haben wir in den Kommunen das Thema Glasfaserverlegung und so weiter.

00:25:14: Wir haben riesige Baustellen und riesige Baumastnahmen, die jeden Tag dafür sorgen, dass Farblehne umgestaltet werden.

00:25:22: müssen, dass Haltestellen verlegt werden, dass Busse, die eine andere Route fahren müssen, dass also das alles muss koordiniert werden.

00:25:30: Also von jedem einzelnen Ort, jede einzelne Baustelle, die auf einer Straße liegt, die von einem Bus durchfahren wird, wird immer wieder geplant, umgeplant.

00:25:39: Es gibt Ersatzfahrpläne, es müssen die Zeiten verändert werden und so weiter und so fort.

00:25:45: Also es ist ein wirklich großes großes zahnrad oder viele große und kleine zahnräder die ineinander greifen damit am ende der verkehr reibungslos läuft.

00:25:56: und dann kommt wenn das alles geschehen ist dann kommt ja noch die große herausforderung dazu der kommunikation also ihre nutzer darüber zu informieren.

00:26:06: gibt es da irgendwie ein paar Tricks und Tipps, wo sie sagen, Mensch, das lösen wir auf diese Art und Weise, haben eine gute Erfahrung mit.

00:26:14: Das sind ja manchmal so spontane Sachen.

00:26:17: Da weiß ich eine Woche vorher, wenn ich meinen Krankenhausbesuch oder meinen Arztbesuch in der Stadt plane, gar nicht, dass die Baustelle kommt.

00:26:23: Naja,

00:26:24: das ist so.

00:26:24: Momentan sind die Fahrpläne an den Haltestellen im Land, also über uns im ländlichen Raum, alle noch Papier.

00:26:34: Das sind kleine Aushandkästen an den Bushaltestellen und da hängen die Fahrpläne drin.

00:26:38: Und wenn sich was ändert, muss jemand hinfahren und muss die Änderungsfahrpläne aufhängen.

00:26:46: Da arbeiten wir dran, also im Zuge einer der Anstehenden Digitalisierung, werden wir auch hier das sogenannte ePaper an die Haltestellen bringen.

00:26:55: Das wird noch ein bisschen dauern, bis wir alle neunhundertzwanzig Haltestellen, die wir im Kreisgebiet haben, dann damit ausstatten können.

00:27:02: Aber ich bin gut in Modus, dass wir bis Ende sieben und zwanzig schon mal die ersten fünfzig bis hundert Haltestellen mit ePaper so weit ausgestattet haben, dass wir von unserem Schreibtisch an der Zentrale in Taunestein die Farblandaushänge in den Kästen verändern können.

00:27:19: Herr Zehner, das ist wahrscheinlich auch eine große Herausforderung für Sie, also das auch im Kreishaushalt auch solche Mittel zur Verfügung zu stellen.

00:27:28: Sie haben ja viele Sachen, Schulen, also es gibt ja vieles, was gemacht werden muss.

00:27:34: Ja natürlich, wir wollen jetzt die Zuhörerinnen und Zuhörer gar nicht damit beschweren, dass ich sozusagen das mittlerweile leider sehr routinierte Lied singe, dass alle Landräte in Deutschland aktuell singen, nämlich die Tatsache, dass wir strukturell sehr unterfinanziert sind.

00:27:46: Das ist so.

00:27:47: Viele Landkreise übrigens reagieren auch schon mit substanziellen Kürzungen im Bereich des ÖPNV, also wo einfach gesagt wird, okay, ich habe Ihnen vorhin gesagt, wir versuchen einen Stundentakt im Wesentlichen herzustellen.

00:28:00: Wir kommen aus Zeiten, wo gerade im ländlichen Raum es eher zwei Stunden Takte, in manchen Regionen sogar vier Stunden Takte gibt.

00:28:07: Und ich sehe schon auch eine Bewegung im kommunalen Raum, dass das eine der Reaktionen ist, die jetzt vor Ort stattfinden.

00:28:13: Man geht zurück auf Systeme, die einfach dann weniger Qualität, weniger Quantität haben, aber natürlich dann auch einen geringeren Zuschussbedarf.

00:28:21: Wir haben einen Zuschuss, der bewegt sich bei rund sechszehn Millionen Euro, die wir in den ÖPNV investieren.

00:28:29: Der Schülerverkehr im größten Anteil von fast zwölf Millionen Euro, was wir quasi aufwenden, um alle Schülerinnen und Schüler schultäglich zur Schule zu bringen und auch wieder zurückzubringen.

00:28:41: Und die Differenz dazu ist das, was sozusagen dann der über die... klassischen Kernzeiten.

00:28:47: Schule und Schule ist ja auch sehr oft auch Pendler.

00:28:49: Auch Pendler fahren ja zu ähnlichen Zeiten wie Schülerinnen und Schüler.

00:28:52: Alles, was darüber hinausgeht, ist dann in dem anderen Bereich untergebracht.

00:28:55: Und das ist schon eine enorme Belastung für einen Kreishaushalt.

00:28:59: Und trotzdem haben wir das politische Agreement zu sagen, wir wollen diesen Bereich der kommunalen Daseinsvorsorge auch stärken.

00:29:07: Denn ich will das aufnehmen, was der Brandschat gesagt hat beim Deutschlandticket.

00:29:10: Was sind's mir denn?

00:29:10: ein Deutschlandticket oder das Deutschlandticket?

00:29:13: darf nicht eine politische Segnung sein, die von Großstädtern in Berlin für Großstädter gemacht worden ist, sondern ich glaube, wenn wir auch Zusammenhalt in Deutschland organisieren wollen, dann muss auch klar sein, dass auch ein Mensch auf der in ländlichen Region von einer solchen Situation mit dem Deutschlandticket auch wirklich etwas hat.

00:29:31: und dafür müssen dann auch Busse oder Bahnen fahren, weil ansonsten brauche ich mir auch kein Deutschlandticket kaufen.

00:29:37: Dann wäre es eine reine Umverteilung von Steuergeld vom ländlichen Raum in die Urbahnenräume und das darf es nicht sein.

00:29:42: kämpfen wir dann auch ehrlicherweise als Landrätin Oberbürgermeister dafür, dass das eben nicht der Fall ist, dass wir nicht eine Situation haben, dass quasi Großstädte stark davon profitieren und die Räume drumherum ein bisschen sozusagen hinten runterhängen.

00:29:57: Und das ist auch eine Folge, die sich aus dieser dramatischen Finanzsituation der kommunalen Welt ergeben könnte.

00:30:03: Und deswegen ist es wichtig, dass es da zu einem Umdenken kommt.

00:30:06: Und eben auch, dass die Partner vor Ort das mitentscheiden.

00:30:09: Also, dass sie als Landrat diese Balance zwischen Effizienz und sozialer Verantwortung auch mit beeinflussen können.

00:30:18: Jetzt verlassen wir mal das Thema der Finanzen und das Teil der Tränen.

00:30:23: Wichtig, wie gesagt, ich finde es immer gut, dass wir über solche Sachen hier im Podcast auch mal offen reden können, das vorstellen können.

00:30:28: Herr Zehner, es sind ja auch nicht in jeder Folge zu Gast.

00:30:30: Deswegen ist es jetzt schön, dass wir eben diese Frage auch mal stellen konnten, auch wenn es eben nicht so Vanilla Sunshine ist.

00:30:36: Aber das Leben ist halt so, ne?

00:30:38: Ja, absolut.

00:30:39: Und ich finde sozusagen, was ich sagen kann, ist auch ganz grundsätzlich, das betrifft den ÖPNV und andere anderen politischen Handlungsfelder auch.

00:30:46: Wir als gewählte Vertreterinnen und Vertreter, wir müssen... transparent die Dinge erklären und einordnen und auch ehrlich sein.

00:30:53: Ich glaube, dass die Bürgerinnen und Bürger ein sehr, sehr gutes Bauchgefühl haben, wie die Situation ist und auch ein großes Störgefühl entwickeln, wenn sie den Eindruck haben, dass man ihnen versucht Potemkinche Dörfer zu bauen.

00:31:05: Deswegen bin ich eher ein Freund davon, die Dinge ehrlich anzusprechen, auch vielleicht zu erläutern, warum Dinge verändert werden müssen.

00:31:11: Aber ich glaube, diese Ehrlichkeit und Authentizität, die ist ganz wichtig, dass wir Bürgerinnen und Bürger auf alle notwendigen Schritte, die kommen, am Ende auch demokratisch mitnehmen können.

00:31:22: Ja, und wenn ich jetzt auch nochmal auf die digitale Transformation blicke, dann erleben wir ja wirklich auch einen großen Wandel.

00:31:28: Also digitale Tools verändern auch die Art, wie wir Mobilität denken, wie wir sie nutzen.

00:31:33: Und Herr Brandschat, wir kommen daher auch mit so starren Fahrplänen oft an Grenzen.

00:31:37: Warum ist das so?

00:31:38: Na ja, weil die Bedürfnisse der Menschen eben vielfältig sind und weil sich auch die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen gerade wandeln.

00:31:47: Also wir erleben die Landbevölkerung in den kleineren Dörfern.

00:31:52: Da wird die Bevölkerung immer älter.

00:31:54: Die, sagen wir mal, die Fernreisebedürfnisse nehmen eher ab und die Nahmobilitätsbedürfnisse nehmen zu.

00:32:00: Dazu kommt, dass die Nahversorgungssituation sich in den letzten Jahren und auch in Zukunft verendet.

00:32:07: vor Ort macht zu, die Apotheke verlagert den Standort, die Supermärkte werden, sind woanders und so weiter.

00:32:14: Also diese Dinge führen natürlich dazu, dass Mobilitätsbedürfnisse der Menschen sich verändern und auch entsprechend der Lebenslagen anders werden.

00:32:24: Und dem müssen wir Rechnung tragen.

00:32:26: Jetzt ist es so, die Verkehrsverträge, die aber über Ausschreibungen an die Dienstleiste vergeben werden, die laufen acht bis zehn Jahre.

00:32:33: Ja, das heißt, da kann man nicht so sehr kurzfristig alles über den Haufen werfen oder wieder ganz neu denken, sondern da muss man schon sehr lange im Voraus alles berücksichtigen und Möglichkeiten sehen.

00:32:44: Wo geht's hin?

00:32:45: Klar, das ist ja auch noch mal ein Aspekt, den man berücksichtigen muss, die Verträge und auch die, ich sag mal, das sind ja auch Menschen in der Region, die davon leben.

00:32:54: und da eine Verlässlichkeit auch herzustellen zu sagen, wir haben das jetzt mal für acht Jahre vereinbart, dann gilt das auch, das ist ja auch ein wichtiger.

00:33:00: auch soziale Verantwortung?

00:33:02: Natürlich und wir sind auch sehr, sehr froh und das will ich hier an der Stelle auch noch mal sagen, dass wir in unserem Landkreis auch noch Familienbetriebe haben, die als Verkehrsunternehmen hier bei uns im Kreis auch zum Teil selbst die Busse fahren und wo der Chef von dem Busunternehmen noch genau weiß, was eigentlich draußen auf der Strecke los ist.

00:33:20: Und wo wir auch ein großes Interesse sehen, dass die Unternehmen dann auch wollen, dass alles funktioniert und dass sie, wenn sie selbst beim Bäcker sind, und da stehen und angesprochen werden, auch stolz sein können auf die Leistung, die sie und ihre Mitarbeiter erbringen.

00:33:37: Und das ist uns auch ganz wichtig, dass wir unsere Verkehre so gestalten, dass nicht nur die multinationalen Konzerne die Ausscheibungen gewinnen können, sondern dass eben auch der Familienbetrieb oder der kleinere Busbetrieb, das der noch eine Chance hat, am Busverkehrsbereich teilzunehmen bei uns im Landkreis.

00:33:54: Und da sind wir froh und dankbar, dass wir diese Leute haben.

00:33:58: Ja, großartig, großartig.

00:34:00: Und wir werden ja auch in der nächsten Folge über eine Veränderung der sterren Systeme sprechen, also über diesen Modellversuch der On-demand-Verkehre.

00:34:10: Herr Zehner, Sie sind ja auch mit anderen Landräten so im Austausch.

00:34:15: dieses Thema On-demand-Verkehr.

00:34:17: Ist das was, was gerade so in aller Munde ist, was überall ausgerollt wird, gibt es da schon erste Erste Erfahrungen, erste Feedbacks auch, die an sie herangetreten werden, wo man sagt, das sind Chancen, aber das sind auch Isikindes-On-Demand-Verkehrs.

00:34:31: Es wird noch nicht in der Breite überall in Umsetzung gebracht.

00:34:34: Wir haben Pilotbereiche.

00:34:36: Und da in der Taunuskreis war da in der Tat auch einer von denen, die im RMV-Gebiet mit einem Pilotprojekt mit dem Titel E-Mail in der größten kreisangehörigen Kommune Taunussteinsen-Focheralter war.

00:34:48: Und die Ergebnisse dort werden wie die Ergebnisse der anderen Piloten auch zurzeit auf Ebene des RMVs zusammengeführt und lehrend rausgezogen.

00:34:56: Und in der Tat auf der strategischen Ebene im Aufsichtsrat diskutieren wir das.

00:34:59: Wir haben aber noch die Situation, dass natürlich die klassischen gebundenen Linienverkehre deutlich dominanter sind.

00:35:04: Aber es wird hier eine Veränderung in Zukunft geben.

00:35:08: Insbesondere dort, wo ich eben stark sehr ländlich geprägte Regionen habe, wo ich auf großer Fläche weniger Einwohner habe.

00:35:16: Dort ist es einfach irgendwann wirtschaftlich schwierig, ständig mit einem Bus, der fünfzig, fünfzig Sitze hat, noch ein bisschen die späten Abend- oder Nachtstunden zu fahren, zumal auch die Anforderungen an das Führen eines solches Fahrzeugs natürlich viel höher sind als zum Beispiel an so einen kleineren Bus, mit dem man sozusagen unterwegs ist.

00:35:34: Den kann man in der Regel schon mit dem klassischen Führerschein fahren.

00:35:37: Und ich glaube, das werden eben Erwägungen sein, die in Zukunft dazu führen, dass diese kleineren Behältnisse in den Randzeiten des Tages oder am Wochenende dann eben die Mobilität ist, in den letzten Ortsteil helfen, sicherzustellen.

00:35:53: und dann auch in der neuen Qualität, weil ich eben on demand bedeutet, ja, ich bestelle mir den Verkehr dann, wenn ich ihn brauche und nicht dann, wenn der Linienplan es vorsieht.

00:36:02: und diese Flexibilität trägt ja, glaube ich, auch unserem unserem Leben Rechnung.

00:36:08: Und ich glaube, das ist eine Entwicklung, die auch im ländlichen Raum dazu führt, dass einmal so dieses Gefühl, was man aus Großstädten kennt, man bestellt sich über eine App, mal schnell sozusagen ein Fahrzeug, egal wer da jetzt drin sitzt und wer das bezahlt.

00:36:18: Aber im Ergebnis ist das ja so, wie wir in Großstädten auch Mobilität heute schon leben, dass so ein bisschen von dieser Flexibilität auch im ländlichen Raum ankommt.

00:36:29: Ich finde das so herrlich.

00:36:30: Wir reden hier über Gefäße und über Behältnisse.

00:36:33: Am Hand aufs Herz.

00:36:34: Wie lange fahren wir noch Bus und wann kommt die erste Drohne uns holen?

00:36:37: Ob eine Drohne uns holen kommt, das kann ich jetzt noch nicht mit Bestimmtheit sagen, aber was wir, glaube ich, mit Bestimmtheit sagen können, ist, dass wir in einem Zeitalterübergehende der Mobilität sich durch künstliche Intelligenz und Autonomie im Betrieb deutlich verändern wird.

00:36:49: Ich glaube, es wird sicherlich so sein, dass möglicherweise zunächst auf der Schiene, aber im Weiteren auch im Bereich der Mobilitäts-Service-Dienstleistungen autonom gefahrene Fahrzeuge in einigen Jahren der Regelfall sein wird.

00:37:03: Wir sehen das ja in großen Städten in China, in Amerika ist es bereits deutlich ausgerollt.

00:37:08: Wir Deutschen sind an der Stelle wieder ein bisschen typisch für uns, ein bisschen sicherheits- und ängstlicher unterwegs.

00:37:14: Ich glaube, dass wir da auch ein anderes Mindset brauchen, weil da liegt eine riesen Chance drin, weil wir einfach wissen, es gehen unglaublich viele Menschen, die heute Zugführer... Busfahrer sind in Ruhestand und wir wissen auch, dass wir die nicht einsteigen zu setzen können.

00:37:26: Von daher ist die Frage autonom betriebener Fahrzeuge eine Antwort auf diese Herausforderung.

00:37:32: Es wird nicht überall sofort passen, aber es wird die Zukunft sein.

00:37:36: Und ich glaube, das ist auch eine gute Entwicklung und sie wird uns auch helfen, diese Rahmenbedingungen gut zu managen, die wir ja selbst gar nicht mehr ändern können.

00:37:45: Herr Brandtscheid, sehen Sie sich irgendwann in einem Flugtaxi sitzen oder schaffen wir das nicht mehr aufgrund unseres leicht aus der Pubertät herausgewachsenen Alters?

00:37:54: Wenn es nach mir geht, mache ich noch den Pilotenschein.

00:37:57: Das ist überhaupt nicht die Frage.

00:38:00: Wie gesagt, ich bin auch unserer Politik sehr dankbar.

00:38:02: Wir haben gerade den Nahverkehrsplan aktuell beschlossen, der für die Jahre bis zum Dreißig und weitergeht.

00:38:08: Wir haben da wirklich ein großes Papier und die Politik hat das einstimmig mitgetragen.

00:38:14: Also mir ist nicht Angst um die Zukunft des ÖPNV im Rheingau-Taunus.

00:38:19: Im Gegenteil, also ich freue mich jeden Tag aufs Neue, dass wir auch seitens der Politik und seitens unseres Landrats auch die Gestaltungsspielräume haben, dass wir an der einen oder anderen Stelle auch mal was ausprobieren dürfen.

00:38:32: Und insofern, ich glaube, der ÖPNV im Rheingau-Taunus-Kreis hat Zukunft und es wird noch lange heißen, der Bus kommt.

00:38:41: Herr Zehner, Herr Branschert, ganz, ganz herzlichen Dank für das Gespräch, für die spannenden Einblicke in die Zukunft der Mobilität hier bei uns im Rheingau-Taunus-Kreis.

00:38:50: Das war die erste Folge von der Bus kommt, dem Podcast der Rheingau-Taunus Verkehrsgesellschaft, kurz RTV.

00:38:58: Ich habe jetzt eine Bitte an euch, die ihr bis hierhin gehört habt.

00:39:01: Abonniert den Podcast, um keine Folge zu verpassen.

00:39:04: Hört beim nächsten Mal rein, schreibt uns doch gerne, bleibt mit uns in Kontakt.

00:39:09: Das ist uns ein echtes Anliegen, wenn es wieder heißt, der Bus kommt ganz sicher und jetzt sogar zum Hören.

00:39:15: Dankeschön.

00:39:24: Abonnieren Sie uns gerne, damit Sie auch die nächsten Geschichten aus dem ÖPNV im Rheingau-Tornuskreis nicht verpassen.

00:39:31: Wir freuen uns, wenn Sie wieder rein hören.

00:39:33: Denn der Bus kommt ganz sicher.

00:39:35: Und jetzt sogar zum Hören!

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